heute morgen, beim richten der letzten dinge bevor ich zur arbeit fahre, bemerke ich ein gesumsel, als ob jemand ein lied vor sich her summend intoniert. das geräusch kennst du doch, beinahe elektrisiert krame ich in meinen gehirnwindungen nach erinnerung: "woher kenne ich dieses...?"
beinahe in sekundenbruchteilen habe ich vor ohren was die ursache des geräusches ist und die passenden personen vor meinem geistigen auge.
in freudiger erregung, realisiere ich, dass die wasserkessel auf dem küchenofen heute die quelle der akkustischen erinnerung sind. sie haben betriebstemperatur erreicht und obwohl keine kesselpfeife an ihnen ist, verursachen sie eben dieses geräusch. ebenso erfreut die erinnerung an meine oma "guste", die in meinen kindheitstagen immer summend und pfeifend irgend einer arbeit nach ging. und von meiner tochter anna kenne ich eben diese alltagsmusik auch.
offenbar haben beide die selben vorlieben für musikalisches im alltäglichen tun.
schön dass es familie gibt.
...alles hat eine Zeit"ung"und eine Ort"ung". Man muss sich die Dinge, Begebenheiten und die Menschen aus Ort und Zeit nur erzählen...wenn schon nicht wie früher am Küchentisch, dann halt mit Medien die zu Zeit und Ort passen.
Dienstag, 20. Dezember 2011
Montag, 19. Dezember 2011
eine woche nach meinem geburtstag...
..hat meine mutter geburtstag. allerdings neunundzwanzig jahre länger als ich. bei meinem anruf zur gratulation am heutigen tage, schwang noch einmal, wieder einmal, der ton der alten zeiten in meiner mutter stimme. "wir feiern im häuschen". damit ist ein speziell für solche gelegenheiten erdachtes und gebautes recht grosses gartenhaus gemeint. ich frage natürlich wer denn alles mitfeiert. "tante margret, der scholze hubert, marietta und ihr hubert, klaus und onkel karl-heinz (klaus frau anni würde ja nie über ihr herz bringen zu familienfeiern zu kommen), waltraud, uli, nicole, maite, bernd, tante helga...alle sind sie da. alle verbliebenen. mama hat noch ihren mann. seit weit über 60 jahren. vor 5 jahren über die feiertage von christi himmelfahrt waren wir noch ein mal an den orten in denen meine mutter kind, jugendliche und beinahe junge frau wurde. heimaterde hat sie mitgebracht aus schlesien, vor fünf jahren. heute ist sie 83 jahre alt geworden. ich hoffe die heimaterde kann noch eine grössere weile auf ihren einsatz warten.
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| Marga (links) und "Tante" Helga sind seit über 70 Jahren Freundinnen. Hier sind sie in Marienbad, September 2011. |
Dienstag, 6. Dezember 2011
öl gewordene zeit
als meine eltern uns am letzten wochenende besuchten, wurde mein vater am freitag abends unauffällig auffällig umtriebig. seine augen forschten im haus herum. der kopf drehte sich, eine gewisse unruhe ging von ihm aus. man merkte, etwas beschäftigte den mann sehr.
wie beiläufig ging er später durch die räume. alle ölgemälde von ihm an den wänden wurden gesucht, begutachtet, wieder entdeckt. "peter, wo ist denn das bild mit..."
"das hängt oben in der galerie in der schräge". es dauerte eine weile bis heinrich wieder im wohnzimmer war. öl gewordene zeit, konservierte zuwendung, haltbar gemachte liebe. gut zwanzig ölgemälde von ihm sind hier an den wänden. sicher wollte er die mal wieder besuchen. zu weihnachten oder zum geburtstag, oder zu beiden anlässen will er mir sein bislang letztes werk schenken. ich habe es letztens in seinem atelier auf der staffelei gesehen.
ich freue mich schon sehr darauf.
wie beiläufig ging er später durch die räume. alle ölgemälde von ihm an den wänden wurden gesucht, begutachtet, wieder entdeckt. "peter, wo ist denn das bild mit..."
"das hängt oben in der galerie in der schräge". es dauerte eine weile bis heinrich wieder im wohnzimmer war. öl gewordene zeit, konservierte zuwendung, haltbar gemachte liebe. gut zwanzig ölgemälde von ihm sind hier an den wänden. sicher wollte er die mal wieder besuchen. zu weihnachten oder zum geburtstag, oder zu beiden anlässen will er mir sein bislang letztes werk schenken. ich habe es letztens in seinem atelier auf der staffelei gesehen.
ich freue mich schon sehr darauf.
papa erzählt...
... wir hatten auch mal einen hund. aber dann wurde mein papa ja so krank, da war dann kein geld mehr. da haben wir den abgegeben. das war ein schöner hund. roland hiess er. dann kam der auf einen bauernhof. da ging es ihm nicht so gut. der ist dann da krank geworden und wurde eingeschläfert. wir konnten ja nichts machen, wir waren da noch kinder.
(heinrich, fr. 02.12.2011)
(heinrich, fr. 02.12.2011)
Donnerstag, 1. Dezember 2011
wie man es dreht...
...und wie man es wendet.
es passt nicht mehr. man weiss noch wie es sich anfühlt, man weiss noch wie es schmeckt und riecht, man entwickelt zuweilen die fähigkeit über jahrzehnte zurück scheinbar nahtlos in das leben zurück zu gehen.
dann stellt man annähernd beiläufig fest, es passt nicht mehr.
es passt nicht mehr. man weiss noch wie es sich anfühlt, man weiss noch wie es schmeckt und riecht, man entwickelt zuweilen die fähigkeit über jahrzehnte zurück scheinbar nahtlos in das leben zurück zu gehen.
dann stellt man annähernd beiläufig fest, es passt nicht mehr.
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