Dienstag, 20. Dezember 2011

morgens früh...

heute morgen, beim richten der letzten dinge bevor ich zur arbeit fahre, bemerke ich ein gesumsel,  als ob jemand ein lied vor sich her summend intoniert. das geräusch kennst du doch, beinahe elektrisiert krame ich in meinen gehirnwindungen nach erinnerung: "woher kenne ich dieses...?"
beinahe in sekundenbruchteilen habe ich vor ohren was die ursache des geräusches ist und die passenden personen vor meinem geistigen auge.
in freudiger erregung, realisiere ich, dass die wasserkessel auf dem küchenofen heute die quelle der akkustischen erinnerung sind. sie haben betriebstemperatur erreicht und obwohl keine kesselpfeife an ihnen ist, verursachen sie eben dieses geräusch. ebenso erfreut die erinnerung an meine oma "guste", die in meinen kindheitstagen immer summend und pfeifend irgend einer arbeit nach ging. und von meiner tochter anna kenne ich eben diese alltagsmusik auch.
offenbar haben beide die selben vorlieben für musikalisches im alltäglichen tun.
schön dass es familie gibt.

Montag, 19. Dezember 2011

eine woche nach meinem geburtstag...

..hat meine mutter geburtstag. allerdings neunundzwanzig jahre länger als ich. bei meinem anruf zur gratulation am heutigen tage, schwang noch einmal, wieder einmal, der ton der alten zeiten in meiner mutter stimme. "wir feiern im häuschen". damit ist ein speziell für solche gelegenheiten erdachtes und gebautes recht grosses gartenhaus gemeint. ich frage natürlich wer denn alles mitfeiert. "tante margret, der scholze hubert, marietta und ihr hubert, klaus und onkel karl-heinz (klaus frau anni würde ja nie über ihr herz bringen zu familienfeiern zu kommen), waltraud, uli, nicole, maite, bernd, tante helga...alle sind sie da. alle verbliebenen. mama hat noch ihren mann. seit weit über 60 jahren. vor 5 jahren über die feiertage von christi himmelfahrt waren wir noch ein mal an den orten in denen meine mutter kind, jugendliche und beinahe junge frau wurde. heimaterde hat sie mitgebracht aus schlesien, vor fünf jahren. heute ist sie 83 jahre alt geworden. ich hoffe die heimaterde kann noch eine grössere weile auf ihren einsatz warten.
Marga (links) und "Tante" Helga sind seit über 70 Jahren Freundinnen. Hier sind sie in Marienbad, September 2011.

Dienstag, 6. Dezember 2011

öl gewordene zeit

als meine eltern uns am letzten wochenende besuchten,  wurde mein vater am freitag abends unauffällig auffällig umtriebig. seine augen forschten im haus herum. der kopf drehte sich,  eine gewisse unruhe ging von ihm aus. man merkte, etwas beschäftigte den mann sehr.
wie beiläufig ging er später durch die räume. alle ölgemälde von ihm an den wänden wurden gesucht, begutachtet, wieder entdeckt. "peter, wo ist denn das bild mit..."
"das hängt oben in der galerie in der schräge". es dauerte eine weile bis heinrich wieder im wohnzimmer war. öl gewordene zeit, konservierte zuwendung, haltbar gemachte liebe. gut zwanzig ölgemälde von ihm sind hier an den wänden. sicher wollte er die mal wieder besuchen. zu weihnachten oder zum geburtstag, oder zu beiden anlässen will er mir sein bislang letztes werk schenken. ich habe es letztens in seinem atelier auf der staffelei gesehen.
ich freue mich schon sehr darauf.

papa erzählt...

... wir hatten auch mal einen hund. aber dann wurde mein papa ja so krank, da war dann kein geld mehr. da haben wir den abgegeben. das war ein schöner hund. roland hiess er. dann kam der auf einen bauernhof. da ging es ihm nicht so gut. der ist dann da krank geworden und wurde eingeschläfert. wir konnten ja nichts machen, wir waren da noch kinder.
(heinrich, fr. 02.12.2011)

Donnerstag, 1. Dezember 2011

wie man es dreht...

...und wie man es wendet.
es passt nicht mehr. man weiss noch wie es sich anfühlt, man weiss noch wie es schmeckt und riecht, man entwickelt zuweilen die fähigkeit über jahrzehnte zurück scheinbar nahtlos in das leben zurück zu gehen.
dann stellt man annähernd beiläufig fest, es passt nicht mehr.

Sonntag, 20. November 2011

fluglärm...

...ab und an, je nach Windrichtung,  kann man hier auf der "Burg" ein Flugzeug hören. Da der luxembourger Flughafen in der Nähe ist, sind des öfteren Propellermaschinen dabei. Heute ganz moderne Turbo-Prop-Maschinen. Damals, in meiner Kindheit waren da noch Lockheed-Super-Constellation mit Kolbenmotoren dabei.
So dicht und laut wie diese hier war das bei Weitem nie. Aber dieser kleine Film von Wikipedia, erklärt vielleicht was es bedeutet.

Tagsüber, auch als Kind, hatte man kaum Zeit und Muße sich dem Fluglärm zu widmen. Es gab nicht so viele Flugzeuge am Himmel, vielleicht deswegen.
Ich erinnere im Bett gelegen zu haben und dann kurz vor dem Einschlafen die Motorengeräusche der Flugzeuge zu verfolgen. Wenn sie näher kamen wurden die Geräusche in der Tonhöhe heller, wenn sie sich dann wieder entfernten, wurden sie tiefer bis sie dann ganz verschwanden.
Ich fand dieses Geräusch beruhigend, zuweilen beschlich mich eine merkwürdige Wehmut, wenn dieser oder jener Motorentyp dann nach dem Überfliegen, mit einem mir nicht bekannten Flugziel, meiner Wahrnehmung entschwand.
Ja, manchmal erinnere ich mich daran, wenn ich ein Propeller-Flugzeug höre, das in Luxembourg-Findel gestartet ist.
Es gab in meiner Kindheit nur wenige erschreckende Flugszenarien. Man erinnere sich: Kalter Krieg, Atommächte, Manöver. Die Britische Luftwaffe hatte zu der Zeit einen Atomlangstreckenbomber mit dem sinnigen Namen "Vulcan". Während eines dieser Manöver flogen diese Maschinen immer zu zweit im gnadenlosen Tiefflug über unser Haus. Man konnte beinahe die Piloten im Cockpit erkennen, so niedrig waren die unterwegs. Und sie erschreckten mich kleinen Knirps aufs Schlimmste.
Hier noch ein Film, diesmal von Youtube:

Sonntag, 6. November 2011

Das Geschirr mit dem Goldrand...

...das Gute Geschirr.
Nur für besondere Anlässe.
Kommunion, Hochzeiten und wenn viele Gäste zu wichtigen Familienfeiern eingeladen sind. Solche teueren Anschaffungen stammen aus den Zeiten in denen es eine "Aussteuer" gab. Ein solches Service war eine Anschaffung fürs Leben.
- Und für´s Sterben.
In den 60ern aus Waldsassen mitgebracht.
Zuckerdose
Verwandte hatten dort in der Porzellanfabrik Arbeit.
Bavaria Porzellanfabrik Waldsassen Bareuther & Co
Diese konnte bis Anfang der 90er Jahre mehr schlecht als recht gegen die Produkte aus Billiglohnländern ankämpfen. Dann war auch das mit der Qualität aus Waldsassen vorbei.
Wichtig das nicht zu vergessen!
Und die Menschen dort die ich kannte und kenne: Tante Heidel bereits so lange tot dass ich nicht sagen kann wie lange, ihr Sohn Bernhard der nun schon 82 Jahre alt ist und der nun im Altenheim lebt und die gute Lina aus Königshütte, die ich mit Mama und Tante Helga gerne mal besuchen fahre.

Auspacken und Staunen

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Brief von Otfried Preussler

...Anna hat Antwort auf ihren Brief bekommen.

Noch liegt er da, ungeöffnet.
Da wird sie sich freuen, wenn sie Heim kommt.

Samstag, 20. August 2011

cloud computing...

ich weiss noch genau, dass ich vor zwanzig jahren völlig ohne computer und vor allem ohne händy (grins) gelebt habe.
das ultimative high-tech dingen in meinem haushalt war eine canon AP 150 typenrad-schreibmaschine mit einem seitenspeicher von 2000 zeichen. wie weit das schon vergangenheit ist, mag man daran erkennen, dass es im internet keine fotos von dem gerät mehr gibt. jedenfalls habe ich keines gefunden.
vor zwanzig jahren gab es schwarzen bildhintergrund und weisse schrift, mini bildschirme.
man machte im "volk" witze über computer und deren anwender. allerdings wurde denen, die mit computern was machten, ein gewisser respekt gezollt. witze wie respekt offenbar aus blosser unkenntnis heraus.
niemand hätte sich vorstellen mögen, dass personal computer mit einer gewaltigen rechenleistung, jemals annähernd flächendeckend in deutschen haushalten zu finden sein würden.
dann im jahre 1993 zog der erste computer in mein leben ein. das war die zeit in der auf dem pc-sektor ein intel-composter maximal 33megaherz an leistung bringen konnte und sowas kostete dann 4.000,-mark.
mein niegelnagelneuer amiga 600 mit bildschirm konnte schon 16 mhz, hatte ein diskettenlaufwerk und kostete 300,-mark.

so sah mein Amiga 600 auch aus, nur die Maus war moderner

es folgte ein amiga 1200, bald mit speicherturbokarten getunt, 60mhz zum schluss und immer noch schneller als ein aktueller intel zu der zeit.
dann kam mein erstes handy.
anfangs fand man die typen mit den dingern ja wirklich bescheuert. schliesslich hatte man selbst so eines.
 d2 mannesmann, nen siemens.
 das ist nun schon 13 jahre her.

heute lese ich in der zeitung, dass das ende des pc-zeitalters naht.
ein gedanke der mich befremdet. fast sind mir die pc´s ans herz gewachsen. man kennt sie, zumindest glaubt man das.
jetzt kommt irgendwas völlig virtuelles: cloud-computing.
es ist also an der zeit von den blechkisten auf dem schreibtisch abschied zu nehmen und alles was in der generation I-pod, I-Pad, I-phone zu lernen ist zu lernen. wer weiss was mir dazu in den kommenden 20 jahren alles einfällt.
wenn ich den zug nicht verpassen will, dann muss ich aufspringen.
der einzige trost ist, dass weder zug, noch zugführer und schon garnicht die fahrgäste wissen, wohin die reise genau geht. es ist nur bekannt, endstation ist "zukunft".

Montag, 23. Mai 2011

los gelassen...

Tante Margarethe +23.05.2011 14:30Uhr
...heute, Montag, den 23.Mai 2011 um 14:30 Uhr konntest du, - und konnte die Welt, loslassen.  Voneinander.

Freitag, 20. Mai 2011

Wenn die Ewigen sich schlafen legen...

...seit Menschengedenken.
Ein Leben ohne sie kenne ich nicht.
Meine Patentante. Das ist kein hohles Wort.
Tante Margarethe...
Tant´Griet.
87 bist du nun, liegst im Krankenhaus.
"Nichts mehr zu machen.", so hört man.
Es geht dir nicht gut.
Nein, bei der Wahrheit bleiben! Dir geht es richtig schlecht.
Morgen komme ich, um dich zu besuchen.
Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen.
Familienfoto ca. 1935 von links nach rechts: Heinz, Gertrud+, Opa Matthias+, Oma Margarethe+, Margarethe

Dienstag, 4. Januar 2011

Reisen...

...wann immer sich die Gelegenheit bot und das war nicht all zu oft, bin ich gerne mit meinen Eltern in Urlaub gefahren. Zugegeben, es war zu der Zeit schon etwas besonderes überhaupt in Urlaub zu fahren.
Das spannendste am Urlaub war zunächst die Autofahrt für mich.
Mir konnte die Fahrt nach Bayern, später war es dann Österreich, nie lang genug sein.
Ich war immer ganz hibbelig und habe zu nachtschlafener Zeit mal das Frühstück gemacht um die Fahrt günstig zu beeinflussen und damit sie bald los geht. Sehr zum Unwillen meiner Eltern, die wohl gern noch ein bisschen länger im Bett geblieben wären.
So ging es denn lustig und fidel im picke-packe voll geladenen VW-Käfer mit 4 Insassen und einem Schlauchboot gen Süden. Nach einem Urlaub in Bayern, schloss sich ein geteilter Urlaub mit einer Woche Bayern und zwei Wochen Salzkammergut an.
Ab dem Zeitpunkt immer mit dabei die befreundete Familie L. , Onkel Paul und Tante Helga, sowie deren Söhne  Karl-Heinz und Werner. Wenn ich dieses Blog hier fülle, werden sich noch die ein oder andere Geschichte rund um diese Reisegruppe finden um sie hier ein zu stellen.
Hier zunächst ein Foto das ich vor Jahren leider einmal nachbearbeitet habe. Das Design möge man mir bitte nachsehen. Von links obere Reihe: Helga, Mama, ich, Helga S.? untere Reihe: Paul L. Werner und Karl-Heinz. Mein Vater hat wohl das Foto aufgenommen.

Hintergrund...

...dieses Blogs ist mein Wunsch, von denen zu erzählen, die sonst kaum noch jemand kennt. Es soll kund getan werden. Somit direkt zum Blog-Hintergrundfoto: von links nach rechts: Heinz mein Vater, Marga(rethe) meine Mutter, Oma Au-"Guste" +1978(die Mutter meiner Mutter), Opa Franz+1961 (Ehemann von Auguste) und Tante Margret. Vermutlich hat mein Onkel Gerhard +2005 (?) (Ehemann von Margret und Sohn von Guste und Franz, Bruder von Marga) das Foto gemacht. Aufgenommen etwa Ende der 40er Jahre im Rheinland, vermutlich im Wald zwischen Nievenheim und Gohr.